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Silvana Koch-Mehrin am EC Europa Campus: "Das Lebensgefühl Europa stärken"

Europaparlamentarierin und Powerfrau Silvana Koch-Mehrin beim EC Europa Campus


Sie ist groß, blond, Mutter dreier Töchter – und sie ist das europäische Gesicht der FDP: Die Europaparlamentarierin Silvana Koch-Mehrin besuchte auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Patrick Meinhardt den EC Europa Campus. Bei ihrer Stippvisite stellte die 37-jährige Spitzenpolitikerin der Liberalen, die 2004 ihre Partei nach zehnjähriger Abstinenz ins EU-Parlament zurückgeführt hatte und dort für ein „Europa der Bürger“ kämpft, den Studenten Praktikumsplätze in Aussicht und lud sie zu einem Besuch des Europäischen Parlaments nach Straßburg ein.


Privates Studieren gewinnt an Gewicht


„Private Einrichtungen werden an Gewicht gewinnen, immer mehr junge Menschen werden privat studieren“, prognostizierte die Vorsitzende der FDP-Gruppe und stellvertretende Vorsitzende der ALDE-Fraktion (Allianz der Liberalen und Demokraten) im Europaparlament. Der gemeinsame Bildungsraum und der „große Umbauprozess in Europa“ machten dies möglich. Im Wirken des EC Europa Campus sehe sie „viele Anknüpfungspunkte“ zur Europäischen Union: „Von Leuten mit Ihrer Ausbildung können wir in Europa viele gebrauchen“, sagte Koch-Mehrin. Zugleich wies die Politikerin darauf hin, dass man versuchen müsse, über Kommunikation und Events das „Lebensgefühl Europa“ darzustellen.


Attraktiver Studienort


Der Bundestagsabgeordnete Patrick Meinhardt betonte, dass sich die Stadt Baden-Baden zum attraktiven Studienstandort entwickle. Gleichwohl müsse weiter daran gearbeitet werden, eine größere Öffentlichkeit herzustellen. Der EC Europa Campus eröffne jungen Menschen – auch vielen von außerhalb – Studienmöglichkeiten: „Wir freuen uns sehr, dass Sie hier sind. Mögen Sie an diesem Standort wachsen und gedeihen.“ Dr. Volker Kreyher, Geschäftsführer des EC Europa Campus, stellte im Kurzporträt die Bildungseinrichtung vor. Die Gäste erfuhren, dass in Kooperation mit der AMAK Akademie an der Hochschule Mittweida an den EC-Studienzentren Baden-Baden und Mannheim Sport-, Gesundheits-, Kommunikations-, Event- und Medienmanager ausgebildet werden. Studienziel sei der staatliche Hochschulgrad des Bachelor of Arts, im Anschluss daran sei das Master-Studium möglich. Das Ausbildungskonzept kombiniere nach erprobtem Modell das private Studium mit einem staatlichen Hochschulabschluss. Kreyher rechnet für das Jahr 2009 mit 150 Studenten. Derzeit studieren in Baden-Baden und Mannheim 90 junge Menschen, weitere Studienrichtungen seien geplant. Dr. Kreyher erkundigte sich auch nach der Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit Straßburg. Auslandspraktika in Brüssel und Straßburg wären machbar, erwiderte die Europaabgeordnete.


Nachdem Dr. Edgar Unger, Sportwissenschaftler und Dozent am EC Europa Campus, über die geplanten Kooperationen der Bildungseinrichtung mit dem KSC, 1899 Hoffenheim, dem FC Lichtental und dem Golfclub Baden-Baden berichtet hatte, stellten die Studenten einzelne Projekte vor. Manuel Eller teilte mit, dass man sich im Seminar mit der Frage beschäftigt habe, ob ein Boykott der Olympischen Spiele in Peking sinnvoll sei. „Die Spiele sollten schon der Sportler wegen nicht boykottiert werden. Allerdings muss man beobachten, wie es die Chinesen mit der Meinungsfreiheit der Sportler halten,“ hob Koch-Mehrin hervor. Robin Thoma wollte von Koch-Mehrin wissen, „wie man Europa den Bürgern nahe bringen kann“. Es sei notwendig, Europapolitik zur Innenpolitik zu machen und sie in die Medien zu bringen, antwortete die Politikerin: „Viele Themen sind europäische Themen. Man muss allerdings Elemente der direkten Demokratie viel stärker betonen.“ Daher hätte sie sich einen europaweiten Volksentscheid zum EU-Reformvertrag sehr gewünscht, „im Juni lassen nur die Iren über den Vertrag von Lissabon per Referendum abstimmen“. Studentin Lisa Rüttiger lud Patrick Meinhardt schließlich als Ehrengast zum ersten „Cup der Gymnasien“ ein. Das von den EC-Studenten wenige Tage danach organisierte Fußballturnier für Oberstufenschüler fand auf dem Sportplatz des FC Lichtental statt. 20 Teams kämpften um die Siegerprämie von 1000 Euro und den Wanderpokal.